Linke fordert Aktionsplan „Insektenschutz“ für Edewecht

Die Bekämpfung eines so gravierenden Problems wie das Insektensterben muss vor Ort beginnen. Der alarmierende Rückgang der Insekten in den vergangenen rund 25 Jahren ist inzwischen unbestritten: Mehr als drei Viertel der Biomasse unserer Insekten haben wir verloren – mit dramatischen Folgen für das Gleichgewicht in den Ökosystemen. Durch das massive Insektensterben fehlt nicht nur der Vogelwelt die Nahrung, sondern auch den Blüten die Bestäuber. Der Rückgang der Insekten verursacht langfristig nicht nur ökologische Schäden sondern auch hohe ökonomische Kosten: So fällt mit dem Verschwinden von Vögeln und Insekten die biologische Schädlingsbekämpfung aus und die Bestäubungsleistung unserer Bienen.

Ratsherr für Die Linke im Edewechter Gemeinderat, Michael Krause, fordert Maßnahmen der Gemeinde zum Insektenschutz.

Mehr als ein Drittel unserer pflanzlichen Nahrungsmittel hängen davon ab. Das Bienensterben ist vor allem auf die Industrialisierung der Landwirtschaft mit ihrem hohen Einsatz von Glyphosat und Insektengiften zurückzuführen. Wer Artenreichtum und ökologische Vielfalt erhalten will, muss jetzt handeln Die Landwirtschaft hat aus unserer Kulturlandschaft eine völlig verarmte Industrielandschaft gemacht: Herbizide, Stickstoffdünger, Pestizide und Insektengifte geben den Ton an: Sie verwandeln Äcker in Monokulturen, Grünland in monotone Weidegraswüsten. Hecken und Saumstrukturen wurden beseitigt. Den Insekten und vielen anderen Tieren fehlen damit schlicht die Nahrungs- und Lebensgrundlage. Mit dem Rückgang der Insekten verlieren auch Vögel und Fledermäuse ihre Nahrungsgrundlage.

Insektensterben ist nicht zuerst ein Phänomen urbaner Räume, sondern muss vor allem in ländlichen Räumen angegangen werden. Handlungsbedarf besteht auch in Edewecht. Hier sollen die Möglichkeiten, die auf Gemeindeebene bestehen, genutzt werden. „Ein kommunaler Aktionsplan soll auf das Thema aufmerksam machen und Handlungsoptionen aufzeigen“ fordert der Linken Ratsherr im Edewechter Gemeinderat Michael Krause. So könnten etwa Landwirte sensibilisiert, Naturschutzgebiete ausgeweitet werden. Schulen/Kindertageseinrichtungen und die Bürgerinnen und Bürger sollten ebenfalls eingebunden informiert werden, wie sie ihre Gärten/Vorgärten insektenfreundlich gestalten. Die Stadt könnte den Ausbau von Blüh-/ Ackerrandstreifen etc. vorantreiben und bei Bepflanzungen entsprechend auf Insektenfreundlichkeit achten. Zu überlegen wäre auch, wie die Imkerei in Edewecht gefördert werden könnte; etwa durch eine Bereitstellung von Flächen.

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