Haus und Hof weichen dem Asphalt

Die Pläne der Ost-West-Verbindung, A20; stammen aus den 1990ern – dass der Klimaschutz hier noch keine Rolle spielte, und dies immer noch nicht tut, ist keine Überraschung. Die verbleibenden CO2-Emissionensmöglichkeiten sind in allen Bereichen deutlich zu reduzieren, besonders im Verkehr, denn dieser ist für rund 20% aller Emission verantwortlich. Für den Erhalt des Klimas ist die Verkehrswende ein nötiger Schritt, ein Autobahnausbau ist kontraproduktiv.

Auch ist die A20 nicht nur aus klimapolitischen Aspekten zu kritisieren, sondern grundsätzlich. Denn für die Neubaustrecke von Weede bis Westerstede besteht noch keine Baugenehmigung, in keinem Abschnitt. Zudem konnten, in mindestens drei Abschnitten, Verstöße gegen das Gewässer- bzw. Artenschutzrecht festgestellt werden.

Seit nun mehr zwei Wochen (Stand 29.05.2021) besteht ein Protest-Camp des Bündnisses „Moor bleibt Moor“. Zuvor versuchten die Aktivist*innen die Garnholter Büsche, einem Wald in unmittelbarer Umgebung, zu besetzen. Sie konnten diese Stellung nicht halten, da die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit der Polizei zum Einsatz gerufen wurde und so eine Begehung des Waldstücks für Aktivist*innen verhindert wurde. So errichteten die Aktivist*innen ihr Camp auf der Wiese eines Landwirtes, der sich ebenfalls gegen den Bau der A20 wehrt. Der Besitzer des Grundstückes, welches das Camp beheimatet, sei aus der Landwirtschaftskammer ausgeschlossen. Dies ermögliche eine Teilung des Landes und vereinfache die Enteignung.

Protestcamp im Ammerland: Der Widerstand gegen die A20 nimmt zu

Die Aktivist*innen sagten, der Wald sei falsch deklariert. Dies ginge aus dem Gutachten hervor. Er sei ein Mischwald, der mehr als überwiegend aus Laubbaumen bestehe; würde jedoch als Nadelwald ausgegeben werden. Nadelwälder können leichter gefällt werden, da ihre Wertigkeit für Klimaschutz geringer eingestuft wird. Der Waldbesitzer sei offiziell zwar gegen den Bau der A20, doch unterstellen die Aktivist*innen dem Besitzer hier ein „taktisches Vorgehen“.

Auch dem jetzigen Zeltlager wird mit Räumung gedroht. Zwar steht dieses auf privatem Gelände, aber auch im Fokus der Öffentlichkeit. Für die Errichtung eines Dauercamps sei eine Baugenehmigung einzuholen. Die Aktivist*innen wollen nun das Camp zu einer langfristigen Mahnwache für das Kima, erklären. Das Versammlungsrecht wiegt schwerer als das Baurecht.

Die Aktivist*innen kommen aus verschiedenen Gruppen, haben verschiedene Erfahrungen und gesellschaftliche Vorstellungen, werden aber geeint im Kampf für Klimagerechtigkeit, stehen für eine Verkehrswende ein und sind somit gegen den Bau der A20 und die damit einhergehende Zerstörung von Moor, Wald und der Enteignung kleinbäuerlichem Land und Dorfgemeinschaften.

Da das Protest-Camp ein offenes Projekt ist und Unterstützer*innen gerne gesehen sind, schwankt auch die Besetzung des Lagers. Am vergangenen Wochenende waren rund 30 Personen anwesend, momentan sind es lediglich acht Aktive. Diese genießen breiten Rückhalt der Anwohner*innen und sagen es gäbe keinen Konflikt mit den „Bürgerlichen“. Auch mit den Medien seien sie gut vernetzt und befriedigen das Interesse, neben Interviews, mit einem E-Mailverteiler.

Menschen müssen sich für ihre kollektiven Güter interessieren, so die Aktivist*innen. Ohne das Interesse der Lokalen, sterbe auch der Protest. Weiter müsse ein Widerstand polarisieren, damit das Interesse erhalten bliebe. Ein konstanter Protest würde sich normalisieren und dann erst vergessen werden und schließlich zu Grunde gehen.

Die Aktivist*innen gaben uns als Frage mit, was sich im Bund ändern müsse, damit vergleichbare Bauprojekte nicht mehr realisiert werden?

Wir, DIE LINKE, lehnen die Erweiterung des Autobahn- und Straßennetzes ab. Der fortschreitenden Versiegelung von Landschaften wollen wir entgegenwirken.

Die biologische Vielfalt muss bewahrt werden, um ihrer selbst willen und als Grundlage unseres Lebens. Dazu müssen wir Böden fruchtbar, das Wasser sauber, die Luft reinhalten und Kulturlandschaften bestehen lassen.

Ein grundlegender Richtungswechsel der ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung ist notwendig; ein sozialökologischer Umbau. Hierzu muss auch die Belastung und Gesundheitsgefährdung, durch Verkehrslärm und Luftschadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide reduziert werden. Auch muss der ökologische Fußabdruck im global zulässigen Rahmen bleiben. Bei der Planung von Verkehrsprojekten müssen Bürger*innen und ihre Interessensvertretungen, von den Planungsbehörden, deutlich und stärker einbezogen werden, von Anfang an.

DIE LINKE setzt sich für die Herausbildung neuer, mit der Umwelt verträglicheren Lebensweisen und eines nachhaltigen Wohlstandstyps ein.

Darum sagen wir: Nein zur A20 und Solidarität mit Moor.bleibt.Moor!

Das Impfchaos ließe sich beenden

Das Impfchaos ließe sich beenden, wenn die Bundesregierung nur die bestehenden Gesetze anwenden würde. Gegenwärtig werden nicht ausreichend Impfstoffe gegen die Corona-Erkrankung hergestellt. Das kann eine einzelne Firma wie Biontech wahrscheinlich auch nicht kurzfristig in so großer Zahl, wie jetzt notwendig ist. Aber es gibt in Deutschland große Pharma-Firmen, die produzieren könnten, wenn sie dürften. Was dagegen steht, ist das kapitalistische Patentrecht, das dem Inhaber eines Patents das Recht gibt, andere von dem Wissen um seine Erfindung auszuschließen,

aber

§ 5 das Infektionsschutzgesetzes in Verbindung mit dem § 13 des Patentgesetzes lassen in Fällen „einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ eine Ausnahme zu. Nach diesen Vorschriften kann das Patentrecht eingeschränkt werden, wenn „die Erfindung im Interesse der öffentlichen Wohlfahrt benutzt werden soll“  – wie es im Patentgesetz steht. Biontech könnte also durch die Bundesregierung verpflichtet werden ihr know how an andere Pharma-Unternehmen weiterzugeben, die dann produzieren könnten, natürlich gegen eine Entschädigung. Warum ist das nicht schon längst passiert?

Hans-Henning Adler

Gruppenvorsitzender Die Linke/Piraten

im Oldenburger Rat

Für DIE LINKE war und bleibt klar: A20-Irrsinn stoppen!

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Eine zusätzliche Autobahn für rund 7,7 Mrd. Euro? Die neue Autobahn soll vorwiegend dem Durchgangsverkehr dienen. Für die hiesige Region brächte diese weitere Autobahn keinen nennenswerten Nutzen. Von einem investierten Euro würde weniger als ein Euro wieder eingespielt. Das Autobahnprojekt ist damit schlicht unwirtschaftlich. Zudem würde sich eine Autobahn erst ab ca. 18.000 Fahrzeugen pro Tag rechnen; es sei dahin gestellt, ob die A20 jemals von dieser Anzahl an Fahrzeugen befahren wird. Der Nutzen ist auch deshalb mehr als fraglich.
Zudem ist der Bau einer neuen Autobahn in Zeiten des Klimawandels Irrsinn. Es würden irreparable Schäden entstehen. Schützenswerte Mischwälder verschwänden oder würden zumindest durch die Autobahn zerschnitten. Moore – die ein wichtiger CO2-Speicher sind – würden überbaut. 80% der Strecke der A20 in Niedersachsen verliefe durch Moorgebiete. Es ist äußerst zweifelhaft, ob sich die A20 hier wirklich lange halten kann, auch wenn ausgekoffert oder Unmengen an Sand aufgefüllt würden. Ein Blick auf die A20 in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass dort große Teile der A20 im moorigen Untergrund einfach versackt sind. Weiter würde der biologischen Vielfalt durch zerschnittene Landschaften ein schwerer Schaden zugefügt werden. Die A20 würde rund 19.000 Hektar unserer Landschaft unwiderruflich zerstören. In Wiefelstede OT Dringenburg würde die Otterbäke auf einer Länge von drei Kilometern überbaut. In unmittelbarer Nähe vom Seepark Lehe (Rastede) ist für den „Autowahnbau“ ein 40 ha großer Sandabbau vorgesehen. 120 Bewohnerinnen und Bewohner sind hier betroffen, die durch die Arbeiten eine Grundwasserabsenkung mit entsprechenden Konsequenzen fürchten. Zudem müsste hier ein Waldstück einem weiteren Sandabbau weichen. Auch in Bad Zwischenahn OT Helle würde dem Autowahnbau wertvoller alter Wald zum Opfer fallen. Bei Gut Hahn (Rastede) fiele ebenso ein Waldstück der geplanten A20 zum Opfer. Hier handelt es sich um einen wertvollen, einzigartigen Mischwald mit hervorragender Ausbildung aller Altersklassen.

Julien Niemann, René Schönwälder, Wim Deekens (Besitzer des Gut Hahn), Mathis Walter, Mona Tremmel, Hans-Henning Adler


Auch die Landwirtschaft würde massiv beschädigt werden. Rund 1.900 Hektar landwirtschaftliche Fläche würden durch den Bau vernichtet werden – hinzu kommen rund 2.800 Hektar Kompensationsflächen. In Wiefelstede OT Dringenburg würde Fläche eines Rhododendronbetriebes verloren gehen. Hier stehen einzigartige europäische Mutterpflanzen.
Die zu erwartenden Kosten können wesentlich sinnvoller in den Ausbau der Schieneninfrastruktur investiert werden. Im Hinblick auf den Klimaschutz sollte sowohl der Güter-, als auch der Personenverkehr zunehmend auf die Schienen verlagert werden. Davon einmal abgesehen fließen 85% des Güterverkehrs aus den Nordseehäfen in südliche Richtung. Eine Autobahn von West nach Ost würde hier also nichts entlasten.
DIE LINKE Oldenburg/Ammerland ist aus all diesen Gründen dem Schutz- und Klagefonds gegen die A20 beigetreten. Wir wollen aktiv den Widerstand unterstützen, um den A20-Irrsinn zu stoppen.
Bei dem geplanten Bau der A20 handelt es sich ökologisch, ökonomisch und logistisch um ein überflüssiges Prestigeprojekt. Deshalb ist für DIE LINKE klar: Nein zur A20!

DIE LINKE Oldenburg/Ammerland ermuntert zu Einwänden gegen den Bau der Autobahn A20 – diese sind bis zum 08. Juli 2020 möglich

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Die niedersächsische Landesregierung treibt den Bau der A 20 unbeirrt voran. Die Partei DIE LINKE Kreisverband Oldenburg/Ammerland ermuntert zum Widerstand. „Das Autobahnprojekt ist umweltpolitisch eine Katastrophe und macht verkehrspolitisch keinen Sinn“, sagt René Schönwälder, Mitglied im Kreisvorstand Oldenburg/Ammerland der Linken und Ratsherr in Wiefelstede. „Bis zum 08. Juli 2020 sollte die Frist für Einwendungen zum Projekt genutzt werden“, rät Schönwälder.

Direkt betroffene Anwohnerinnen und Anwohner sollten auf jeden Fall ihre Betroffenheit melden. Aber auch diejenigen, die nicht als Anwohner unter Baulärm und später Verkehrslärm leiden würden, sollen sich melden. Denn zumindest für Teilstücke ist zweifelhaft, ob der Boden für ein solches Projekt ausreichend tragfähig ist. Zudem gibt es auch zahlreiche begründete Bedenken aus Angelegenheiten des Natur- Umweltschutzes.

in Wiefelstede René Schönwälder: Der lokale Handel muss in der Corona-Krise unterstützt werden
Mitglied im Gemeinderat von Wiefelstede: Ermuntert Einwohnerinnen und Einwohner des Ammerlandes Einwendungen gegen den Bau der A 20 zu stellen.

DIE LINKE Oldenburg/Ammerland bezweifelt, dass der Nutzen des Projektes, den entstehenden Schaden rechtfertigt. Der renommierte Verkehrswissenschaftler Prof. Marte aus Bremen hat ein Nutzen-Kosten-Verhältnis der A 20 von 1,1 errechnet. Das heißt, jeder investierte Euro bringt lediglich einen Nutzen von 1,1 Euro. Die CDU/CSU-SPD-Koalition geht in ihrem Bundesverkehrswegeplan von einem Nutzen in Höhe von 1,9 aus. „Ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,1 rechtfertigt keinen Autobahnbau und den massiven Eingriff in die Landschaft.

DIE LINKE stellt sich konsequent hinter die Forderungen der Bürgerinitiativen, die es entlang der A20-Trasse gibt. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Möglichkeit den Schutz- und Klagefonds beitreten zu können. Informationen und Formulare finden sich hier:

http://wp.a22-nie.de/2018/12/02/schutz-und-klagefonds-%e2%80%93-vereinbarung-beitrittserklarung-spendennachweis/

Anbei verweisen wir auch auf den aktuellen NWZ-Artikel zu diesem Thema: https://www.nwzonline.de/plus-ammerland/ammerland-kuestenautobahn-im-ammerland-a20-plaene-ueberarbeitet-einwaende-jetzt-moeglich_a_50,8,1561090800.html