Offener Brief zur Belastung des Zwischenahner Meers durch multiresistente Keime

Im Zwischenahner Meer wurden die gefährlichen multiresistenten Keime nachgewiesen. Der Linken Ratsherr in Bad Zwischenahn, Edgar Autenrieb, hat dies zum Anlass genommen, einen offenen Brief an die Verantwortlichen Ministerien zu schreiben. Nach der schon seit Jahren bekannten Cyanobakterien-Problematik (Blaualgen), die durch den Zufluss von Gülle entstehen kann, stellen multiresistente Keime eine neue Gefährdungsstufe für Mensch und Natur dar. Wir hoffen auf Antworten von den Zuständigen in Politik und Verwaltung. Es besteht Handlungsbedarf!

Offener Brief an: Dr. Carola Reimann, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Barbara Otte-Kinast, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Olaf Lies, Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz Jörg Bensberg, Landrat des Landkreises Ammerland Zur Kenntnis: Dr. Arno Schilling, Bürgermeister der Gemeinde Bad Zwischenahn Zur Kenntnis: Amira Mohamed Ali (MdB), Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft
Sehr geehrter Damen und Herren,
nachdem das Zwischenahner Meer bereits seit Jahren wegen der Cyanobakterien-Problematik, aufgrund eines Vielfachen an Nähstoffeinträgen/Güllebelastung als das Meer überhaupt verkraften kann (NLWKN), in die Schlagzeilen geriet, sind hier in logischer Konsequenz nun leider auch multiresistente Keime nachgewiesen worden.
Derlei Keime sind gesundheitsgefährdend bis lebensgefährlich für ältere Menschen, Schwangere, Kinder und für alle Menschen mit Krankheiten, Verletzungen bzw. offenen Wunden. Sie sollen laut NWZ-Berichterstattung nicht verschluckt werden und dürfen nicht in die Ohren gelangen.
Daraus ergeben sich folgende Fragestellungen, um deren Beantwortung ich bitte:
1. Welche Sofortmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung sind bereits angestoßen?
2. Werden entsprechende Warnhinweise an den Badestellen angebracht?
3. Ist Ihnen die Analyse der ‚Nährstoffeinträge in das Zwischenahner Meer‘ des NLWKN bekannt und wie beabsichtigen Sie diese mit Maßnahmen zu würdigen?
4. Wann ist mit den Ergebnissen der aus der Analyse des NLWKN hervorgegangenen ‚Machbarkeits-Studie‘, angestoßen von der Ammerländer Wasseracht, zu rechnen und wie werden diese seitens der Landespolitik unterstützt?
5. Wann ist damit zu rechnen, dass dem übermäßigen landwirtschaftlichen Nähstoff-/Gülle-Eintrag in das Zwischenahner Meer Einhalt geboten wird?
6. Sind Ihnen die wissenschaftlich nachgewiesenen Maßnahmen des Prof. Dr. Schuller bezüglich der Renaturierung der Zuflüsse bekannt (mäanderförmige Anlage mit Seitenarmen und zwischengeschalteten nährstoffzehrenden Filterpflanzen) und inwiefern besteht die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung (analog ‚Dümmer‘) bei diesen dringend notwendigen Renaturierungsmaßnahmen?
Da ich bislang leider erfahren musste, dass sich kaum ein Ministerium in Sachen Wasserqualität des Zwischenahner Meeres für zuständig hält, bitte ich ebenfalls um Mitteilung, wer sich jetzt dieser Problematik ganz konkret annimmt.
Mit freundlichen Grüßen, Edgar Autenrieb Ratsherr der Gemeinde Bad Zwischenahn

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