Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung in Kliniken: Die Linke Niedersachsen fordert konsequentes Handeln
Die heute vorgestellten Ergebnisse der Befragung des Marburger Bundes Niedersachsen zu Machtmissbrauch und sexueller Belästigung im ärztlichen Arbeitsalltag offenbaren nach Ansicht der Partei Die Linke Niedersachsen ein strukturelles Problem im Gesundheitswesen. Laut der Umfrage berichteten zahlreiche Ärztinnen und Ärzte von herabwürdigendem Verhalten, sexuellen Grenzüberschreitungen und Angst vor beruflichen Konsequenzen.
Die Landesvorsitzende der Partei Die Linke Niedersachsen, Hilke Hochheiden, erklärt dazu:
„Die geschilderten Erfahrungen sind erschütternd. Wenn Ärztinnen und Ärzte aus Angst vor Karriereeinbußen schweigen, zeigt das ein massives Machtproblem in unseren Kliniken. Sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch dürfen nirgendwo toleriert werden – erst recht nicht in Einrichtungen, die für Gesundheit und Fürsorge stehen.“
Besonders alarmierend sei, dass viele Betroffene keine Meldung machten, weil sie keine Konsequenzen für Täter erwarteten oder Nachteile für die eigene berufliche Zukunft befürchteten.
Hochheiden weiter:
„Die bestehenden Hierarchien im Krankenhausbetrieb begünstigen Abhängigkeiten und ein Klima des Schweigens. Beschäftigte brauchen endlich sichere, unabhängige und anonyme Beschwerdestrukturen. Wer Übergriffe meldet, muss geschützt werden – nicht die Täter.“
Die Linke Niedersachsen fordert unabhängige externe Meldestellen für Beschäftigte im Gesundheitswesen und verpflichtende Antidiskriminierungs- und Führungskräfteschulungen.
„Der enorme Druck im Krankenhauswesen, Personalmangel und starre Hierarchien schaffen ein Umfeld, in dem Grenzüberschreitungen oft folgenlos bleiben. Gute Arbeitsbedingungen und demokratischere Strukturen in Kliniken sind deshalb auch ein Beitrag zum Schutz vor Machtmissbrauch“, so Hochheiden.
